Verlegung des Kalsaune-Grabens auf dem Weltausstellungsgelände |der Landeshauptstadt Hannover

Auf dem Weltausstellungsgelände für die EXPO 2000 Hannover entspringt an der Kalsaunequelle ein Fließgewässer, das sich aufgrund des kalkhaltigen Untergrunds durch wertvolle Wasser- und Ufervegetation auszeichnet. Das Gewässer musste aufgrund des Neubaus eines Regenrückhaltebeckens verlegt werden. Der neue Verlauf des Kalsaunegrabens ist von Landschaftsarchitekt Kamel Louafi (Berlin) und der Planungsgesellschaft Obermeyer Planen + Beraten (Neu-Ulm) konzipiert worden; es konnten überwiegend bestehende Grabenabschnitte, die der Entwässerung von Weg- und Straßenböschungen bzw. von feuchten Lehmäckern dienten, genutzt werden.

Das hier dargestellte Projekt umfasst die detaillierte Planung des neuen Gewässers unter Berücksichtigung der naturschutzrechtlichen Eingriffsregelung innerhalb einer Parkfläche, die als Erholungsfläche für die Welt-
ausstellungsbesucher konzipiert ist. Zudem war als Ausgleichsmaßnahme am Südhang eines Aussichtshügel ein Kalkmagerrasen auf aufgeschüttetem Kalkmergel, der beim Bau des Regenrückhaltebeckens gewonnen wurde, anzulegen.

Bei der Umsetzung der Planung kamen aktuelle Begrünungsverfahren zur Ausführung, wie Heublumenansaat von Rohböden und Vegetationstransplantation. Die Vegetationsentwicklung wurde durch systematische mehrjährige Untersuchungen kontrolliert und über ein Pflegekonzept gesteuert.

Eine Nachuntersuchung 10 Jahre nach der Expo hat gezeigt, dass sich der Kalkmagerrasen gut entwickelt hat und dass sich an den Gewässerrändern die wertvolle Ufervegetation ausbreitet. Hochgradig gefährdete Pflanzenarten wie Filz-Segge, Blaugrünes Labkraut, Sibirische Schwertlilie und stumpfblättrige Binse haben ihre Bestände ausgedehnt bzw. stabilisiert.

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