Zurück auf eigenen Pfoten zu Leine, Meer und Moor

Vernetzung von überregional bedeutsamen Schutzgebieten durch Korridore (Neustadt a. Rbge., Wunstorf)

Aufgrund ihrer Lage am Übergang von Norddeutscher Tiefebene zum Mittelgebirge besitzt die Region Hannover eine besondere Vielfalt an Landschafts- und Lebensraumtypen. Kaum ein niedersächsischer Landkreis beherbergt daher so viele Tier- und Pflanzenarten wie die Region. Biotope und Lebensgemeinschaften sind aber auch dort von der Verinselung durch Siedlungsentwicklung und  Verkehrstrassen  bedroht.

Ziel des „Pfoten†œ-Projektes war es, ein Konzept für die Vernetzung der Steinhuder-Meer-Niederung sowie  einiger Bördewälder der Region (einschließlich des Deisters) mit der Unteren Leineaue zu erarbeiten. Hierdurch soll die gefährdungsfreie Wanderung von Tieren entlang von Leitlinien ermöglicht und der Austausch von Populationen gefördert werden. Die Auswahl der Wanderungskorridore erfolgte auf der Grundlage des Biotopverbundsystems aus dem Landschaftsrahmenplan der Region Hannover (2013). Diese Korridore wurden anhand von Luftbildern sowie mittels einer Biotopkartierung nach v. Drachenfels (2011) ergänzt und konkretisiert. Zudem wurden Problembereiche, v. a. Verkehrslinien, als Wanderungshindernisse untersucht.

Das Vernetzungskonzept orientiert sich an 9 Leitarten: Zauneidechse, Waldeidechse, Ringelnatter, Laubfrosch, Kammmolch, Wildkatze, Fischotter, Biber, Rebhuhn.

Für die Planung der Vernetzungselemente wurden vorhandene Schutzgebiete, geeignete kommunale Kompensationsflächen und bestehende lineare Strukturen als Kerngebiete und Trittsteine genutzt und verbunden. Die Sicherung der Freiflächen in durchgehenden Korridoren steht im Mittelpunkt der Planung.  Ein besonderes Augenmerk lag darauf, Hauptverkehrsadern zu umgehen oder an geeigneter Stelle zu überwinden, um das Gefährdungspotential für wandernde Tierarten gering zu halten. Zudem  wurden biotopverbessernde Maßnahmen zur Aufwertung der Verbindungsflächen erarbeitet. Diese umfassen z.B. die Anlage und Entwicklung von Kleingewässern, Gehölzstrukturen, Brachen und Gewässerrandstreifen. Die Planung berücksichtigt aktuelle Siedlungs- und Infrastrukturentwicklungen und enthält Umsetzungshinweise.

Das Vernetzungskonzept wurde gemeinsam mit der Ökologischen Schutzgemeinschaft Steinhuder Meer e.V. (ÖSSM) erarbeitet.

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