Schutzwürdigkeitsgutachten Geplantes NSG Totes Moor

Die Region Hannover plant als Untere Naturschutzbehörde eine Zusammenfassung und Erweiterung der drei bestehenden Naturschutzgebiete am Ostrand des Steinhuder Meeres zu einem großflächigen NSG. Hierdurch soll zum einen den gemäß europäischer Naturschutzrichtlinien bestehenden Gebieten (FFH-Gebiet 94, EU-Vogelschutzgebiet V 42) ein angemessener nationaler Schutzstatus zukommen. Zum anderen ist beabsichtigt, die zur Wiedervernässung vorgesehene Abtorfungsfläche „Totes Moor" in die Schutzgebietsfläche zu integrieren. Die Aufgabe des Gutachtens bestand auch darin, weitere bedeutsame Lebensräume (gem. Landschaftsrahmenplan der Region Hannover, LRP 2013) in der Nachbarschaft der bestehenden Flächen hinsichtlich ihrer Naturschutzwürdigkeit zu prüfen sowie Pufferzonen zu berücksichtigen.

Zur Ermittlung der Schutzwürdigkeit konnten zum Teil Daten vorliegender Gutachten aus den Jahren 2007-2013 genutzt werden. Ergänzend wurde in den noch nicht erhobenen Bereichen eine Biotopkartierung nach v. Drachenfels (2011) durchgeführt sowie eine Erfassung von Gefäßpflanzenarten der Roten Liste (Garve 2004). Faunistische Daten wurden im Rahmen des Gutachtens von der Ökologischen Schutzgemeinschaft Steinhuder Meer (ÖSSM) erhoben und bewertet. Den Schwerpunkt der Erfassung bildeten dabei die Brut- und Rastvögel des Untersuchungsgebiets, daneben wurden Amphibien, Reptilien, Heuschrecken und Säugetiere in die Betrachtung einbezogen. Zudem fand eine Kartierung von Wassertiefen des Steinhuder Meeres vor dem Ostufer statt. Vorhandene Beeinträchtigungen durch Wasserentnahme, Torfabbau sowie Freizeitnutzungen wurden ebenfalls ermittelt.

Auf der Basis dieser Bestandsaufnahme und ihrer Bewertung konnte ein Abgrenzungs­vorschlag erarbeitet werden, der durch Erhaltungs- und Entwicklungsziele für die Gebietsteile sowie Aussagen zum Schutzzweck des geplanten NSG ausgeführt wird. Abschließend finden sich Regelungshinweise für die Schutzgebietsverordnung bezüglich des Wegekonzeptes sowie zum Erhalt des Grünlands.

Das Gutachten wurde gemeinsam mit der Ökologischen Schutzgemeinschaft Steinhuder Meer e.V. (ÖSSM) erarbeitet.

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