Sichtbarkeitsanalyse für Windenergieanlagen

LENPower GmbH plant am Standort Halle-Heyen (Landkreis Holzminden), an dem bereits elf Windenergieanlagen errichtet sind, den Bau zweier weiterer Windenergieanlagen. Auf Basis einer Sichtbarkeitsanalyse sollte geprüft werden, ob durch die zwei zusätzlichen Anlagen die nachteiligen Auswirkungen auf das Landschaftsbild verstärkt werden.
Die Sichtbarkeitsanalyse erfolgte in einem Umkreis von 10 km um die geplante Anlage computergestützt mit der software „Visibility Analyst" der Firma ECOGIS unter Verwendung digitaler Daten, die mit Einsatz des GIS verarbeitet werden.
Die Sicht auf eine Windenergieanlage kann durch Strukturen (Wälder, Gebäude, Gehölze), die sogenannten sichtverstellenden Elemente, verstellt werden. Die Bereiche, von denen aus die Windenergieanlagen nicht zu sehen sind, werden sichtverschattete Bereiche genannt. Die Höhe des sichtverstellenden Elementes (= Strukturhöhe) hat Einfluss auf die Sicht­verschattung. Auch die Geländehöhe spielt für die Sichtbarkeit eines Mastes bzw. die Sicht­verschattung eine Rolle (s. Abb. 1). Deshalb erfolgt die Sichtbarkeitsanalyse auf der Basis eines digitalen Höhenmodells.
Die Sichtbarkeitsanalyse geht von dem Standort eines Betrachters aus. Der Betrachter steht an einem beliebigen Standort im Untersuchungsraum, und für diesen Standort wird beurteilt, ob eine oder mehrere Windenergieanlagen sichtbar sind. Das Ergebnis dieser Analyse bildet also die Anzahl der sichtbaren Anlagen für den Bestand und die Planung ab (s. Abb. 2).
Ein zusätzliches Beurteilungskriterium ist die Eindrucksstärke auf den Betrachter. Diese hängt ganz wesentlich von der Entfernung ab, denn in der Nähe einer Windenergieanlage ist die visuelle Wirkung stärker als in der Ferne. In Abb. 3 ist die Eindrucksstärke der zwei geplanten Anlagen auf den Betrachter wiedergegeben.

Mit Hilfe der Sichtbarkeitsanalyse konnte belegt werden, dass die zwei geplanten Anlagen zu keiner erheblichen Neubelastung führen.

Quellen:         
Nohl, W. (1993): Beeinträchtigungen des Landschaftsbildes durch mastenartige Eingriffe. - Materialien für die naturschutzfachliche Bewertung und Kompensationsermittlung, im Auftrag des Ministers für Umwelt, Raumordnung und Landwirtschaft des Landes Nordrhein-Westfalen. 

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