Unterlagen für die Planfeststellung betreffend die Ortsumgehung Wunstorf im Zuge der Bundesstraße 441

Für die geplante Ortsumgehung der Stadt Wunstorf im Zuge der Bundesstraße 441wurde gemäß §§13,15 BNatschG ein Landschaftspflegerischer Begleitplan (LBP) erarbeitet, der die durch das Vorhaben voraussichtlich verursachten Beeinträchtigungen von Natur und Landschaft untersucht sowie die für deren Ausgleich oder Ersatz erforderlichen Maßnahmen darstellt. Vorausgegangen  war eine mehrstufige Umweltverträglichkeitsstudie mit Variantenvergleich (PGL 1998 u. 1999), die die Entscheidung für die nördliche Trassenvariante erbrachte.

Ausgehend von den wesentlichen Wirkfaktoren des Vorhabens und deren potentiellen Auswirkungen auf die einzelnen Schutzgüter wurde die aktuelle Bedeutung und Empfindlichkeit der Schutzgüter bewertet (in Anlehnung an Rasper 2004). Hierzu war zunächst eine Bestandsaufnahme erforderlich, die die Aspekte Boden, Oberflächen- und Grundwasser, Klima/Luft, Pflanzen und Tiere umfasste. Zu letzterem Schutzgut wurden ausführliche Daten, z.T. aus mehreren Kartierjahren, zu Biotoptypen, gefährdeten Gefäßpflanzenarten und Pflanzengesellschaften, Säugetieren, Brut- und Gastvogelbeständen, Amphibien und weiteren Kriechtieren, Heuschrecken, Schmetterlingen, Libellen und limnischen Wirbellosen erhoben. Darüber hinaus fand das Landschaftsbild der betroffenen Bereiche Berücksichtigung, und es wurden die vorhandenen geschützten Landschaftsbestandteile in die Betrachtung einbezogen.

Für die artenschutzrechtlichen Belange gemäß §44 und 45 BNatSchG wurde ein Artenschutzbeitrag erstellt, um Konflikte mit europarechtlich geschützten Arten zu identifizieren. Betrachtet wurden die Artengruppen Säugetiere (Fledermäuse, Fischotter und Biber), Vögel und Libellen.

Eine FFH-Verträglichkeitsuntersuchung beschäftigte sich mit möglichen Auswirkungen auf das nahe gelegene FFH-Gebiet „Aller mit Barnbruch, untere Leine, untere Oker“.

Aufbauend auf der Konfliktanalyse des Landschaftspflegerischen Begleitplanes, des Artenschutzbeitrages und der FFH-Verträglichkeitsanalyse wurden Schutz- und Vermeidungsmaßnahmen entwickelt. Als spezielle Maßnahmen sind Amphibienleiteinrichtungen und -tunnel geplant sowie Fledermausbrücken vorgesehen. Besonderes Augenmerk lag auf der Planung des Querungsbauwerkes mit der Westaue: Das Brückenbauwerk und der Raum unter der Brücke werden so gestaltet, dass sie von den europarechtlich geschützten Arten Fischotter und Biber gefahrlos unterquert werden können.

Für nicht vermeidbare Beeinträchtigungen wurden Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen entwickelt.

Link zum Projekt bei der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr:
http://www.strassenbau.niedersachsen.de/projekte/bundesstrassen/bundesstraen-78708.html#B441

 

zurück zur Übersicht